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10. Leipziger Tauchmedizinfortbildung

Wer taucht, ist sich meist der Gefahren, die dieser Sport mit sich bringt, bewusst. Doch die wenigsten können die Anzeichen einer Taucherkrankung erkennen, noch beugen sie diesen Erkrankungen ausreichend vor. Und die, die in der Rettung arbeiten, haben oft zu wenig bis gar keine Erfahrungen mit Tauchunfällen und deren Behandlung. Hier ist die Leipziger Tauchmedizinfortbildung eine wichtige Schnittstelle. Taucher werden sensibilisiert, Rettungskräfte geschult.

Bei der 10. Leipziger Tauchmedizinfortbildung, die Mitte November in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Leipzig stattfand, ging es zu allererst ums Ertrinken. Dr. Thomas Kirchhoff räumte mit dem Mythos auf, dass sich Ertrinkende lautstark bemerkbar machen, also vehement um Hilfe rufen. Für ein ungeübtes Auge ist ein Ertrinkender kaum von anderen Badegästen zu unterscheiden. Doch wie wird der Gerettete erstversorgt und später in der Klinik behandelt? Das erläuterte Rene Oesemann.

Taucher können aber auch selbst nach einem Zwischenfall unter Wasser prüfen, ob ihr Tauchpartner gesund ist oder neurologische Ausfälle zeigt. Das Handwerkszeug dazu vermittelte anschaulich Dr. Isita Chatterij.

Doch nicht immer sind Taucher mit Pressluftgerät oder Atemgasgemischen unter Wasser unterwegs. Apnoetauchen, also Freitauchen ohne Atemgerät, erfreut sich steigender Beliebtheit. Doch wie schafft es ein Mensch, über 200 Meter tief zu tauchen, wo Ungeübte schon bei fünf Metern scheitern? Einen Einblick in die medizinischen Geheimnisse des Apnoetauchens gewährte Prof. Dr. Claus-Martin Muth.

Ein paar der sogenannten Geheimnisse konnten die Teilnehmer der Tauchmedizinfortbildung in Workshops selbst ausprobieren. Was passiert, wenn mein Kopf ins eiskalte Wasser taucht? Welche Auswirkungen haben Atem- und Entspannungsübungen?

Spannend war für Viele auch ein Besuch in der Druckkammer der Klinik für Hyperbarmedizin.

Abgerundet wurde die Fortbildung für Taucher und Rettungspersonal durch den mitreißenden Vortrag von „BioUli“ – diesmal zu Erste Hilfe bei Unfällen mit Meerestieren.

Am zweiten Tag wurde es äußerst praktisch. In der Schwimmhalle testeten die Teilnehmer das Tauchen mit Vollgesichtsmasken, übten Rettungstechniken und probierten das Tauchen nach Leinensignalen. Parallel dazu fanden Übungen zur Reanimation statt. Wer wollte, konnte in einer sportlichen Einheit etwas für seinen Rücken tun und den 5-Minuten-Neurocheck, der am Vortag vorgestellt wurde, praktisch umsetzen.

Die Veranstaltung besuchten insgesamt rund 100 Taucher und Rettungskräfte. Mit dabei waren Sporttaucher des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST), Mitglieder des Technischen Hilfswerks, der Polizei Berlin und Leipzig, Not- und Taucherärzte, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter, Berufstaucher und Rettungs-/Einsatztaucher verschiedener Hilfsorganisationen.

22. November 2019 16:52 Uhr. Alter: 14 Tage