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Studienreise 2019 - „160 Jahre Rotkreuz-Idee“

Im Norden Italiens, südlich des beliebten Ausflugszieles, dem Gardasee, liegt der kleine Ort Solferino. Berühmt wurde dieser Ort durch die "Schlacht von Solferino", bei der Truppen unter der Führung Napoleons III. gegen die Armee Österreichs kämpften. Am 24. Juni 1859 verloren bis zu 30.000 Soldaten hier ihr Leben, mehrere tausend wurden verwundet.

Der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant war von der Grausamkeit der Schlacht und den hilflosen Verletzten zutiefst erschüttert. Spontan organisierte er mit der Zivilbevölkerung die notdürftigste Versorgung der Verwundeten. In der Kleinstadt Castiglione delle Stiviere, in unmittelbarer Nähe zu Solferino, richtete er Behelfshospitale ein. Die Helfer machten bei der Versorgung der Soldaten keinen Unterschied hinsichtlich ihrer nationalen Zugehörigkeit. „Tutti fratelli“ (Alle sind Brüder) war die Losung der helfenden Frauen von Castglione.

Unter dem Eindruck dieser Ereignisse entwickelte Henry Dunant die Idee, wie zukünftig das Leid der Soldaten verringert werden könnte: Auf einer Basis von Neutralität und Freiwilligkeit sollten in allen Ländern Hilfsorganisationen gegründet werden, die sich im Fall einer Schlacht um die Verwundeten kümmern würden. Knapp vier Jahre später, am 17. Februar 1863 wurde das „Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“, das seit 1876 den Namen Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trägt, gegründet.

Bei unserer Studienreise begaben uns auf die Spuren von Henry Dunant. 40 Jugendrotkreuzler und Bereitschaftsmitglieder unseres Kreisverbandes besuchten in Castiglione das Museum des Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Während der Führung frischten wir unser Wissen zur Geschichte des Roten Kreuzes und der Entstehung der Genfer Abkommen auf. Dann ging es weiter nach Solferino zum ehemaligem Schlachtfeld, dem Denkmal des Roten Kreuzes und der Knochenkapelle Ossario di Solferino.

Höhepunkt war natürlich der Fackellauf. Zum Gedenken an die Schlacht von Solferino findet jährlich um den 24. Juni ein Fackellauf (ital. Fiaccolata) statt, bei welchem tausende Rotkreuz-Helfer bei Einbruch der Dämmerung mit Fackeln von Solferino nach Castiglione delle Stiviere ziehen – also den Weg entlang, den die Verwundeten vor 160 Jahre getragen wurden. Mit unserem selbstgebauten Bollerwagen ging es zum Internationen Camp. Vom Italienischen Roten Kreuz erhielten wir Fackeln und wurden zum „Piazza Castello“ geshuttelt. Dort sammelten sich Rotkreuzler aus aller Welt. Sie entzündeten ihre Fackeln und reichten die Flamme von Fackel zu Fackel weiter. Dann startete die Fiaccolata. Entlang an mit Rotkreuzfahnen geschmückten Häusern und winkenden Menschen liefen wir gemeinsam mit Gleichgesinnten aus aller Welt von Solferino nach Castiglione. Bei der vorherrschenden Stimmung und Atmosphäre machten uns der Weg und auch die Hitze nichts mehr aus.

Fußlahm, verschwitzt und dennoch glücklich und zufrieden kamen wir nach rund zweieinhalb Stunden an und fuhren mit dem DRK Bus zurück nach Peschiera del Garda zu unserer Unterkunft.

Am Sonntag nach dem Frühstück ging es, mit schönen und beindruckenden Erinnerungen im Gepäck, wieder nach Hause zurück.

Wir werden wieder kommen, das Gefühl noch einmal erleben!

Tutti fratelli!

26. Juni 2019 11:12 Uhr. Alter: 22 Tage